Warum Augen vor UV-Strahlen geschützt werden müssen

Im Alter erkranken häufig auch die Augen. Makuladegeneration (AMD) und Katarakt sind die häufigsten Augenleiden. Verursacht werden sie häufig durch mangelnden UV Schutz. Deshalb ist es wichtig, bei intensiver Sonnenstrahlung ab dem Kindesalter Sonnenbrillen zu tragen

Die Augen sind das Tor zur Welt. Dank des Sehorgans können wir die Natur wahrnehmen, uns in der Welt orientieren, Emails, Zeitungen und Bücher lesen und Briefe schreiben, also auch kommunizieren. Rund 80 Prozent aller Informationen und auch unseres Wissens erhalten wir Menschen über das Sehorgan. Für die meisten Menschen sind die Augen deshalb das wichtigste Sinnesorgan. Wichtiger als der Tastsinn, der Geruchssinn oder der Hörsinn. Heute im digitalen Zeitalter erschließen und erfassen wir die Welt mehr denn jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit mit den Augen. Dennoch vernachlässigen viele Menschen die Gesundheit ihrer Augen. So schützen sie zwar ihre Haut mit Kleidung, Hut und Sonnencreme vor intensivem Sonnenlicht, denn dem Großteil der Bevölkerung ist bekannt, dass der ultraviolette Anteil des Sonnenlichts, kurz UV-Licht genannt, der Haut nachhaltig schaden kann. Jedoch denken viele nicht daran, dass das UV-Licht auch die Augen in gleichem Maße belasten kann. Denn der Augapfel besteht wie unsere Körperhülle auch aus mehreren Hautschichten. Dabei macht die Lederhaut den größten Anteil der äußeren Augenhaut aus. Auf der vorderen Seite des Auges befindet sich die lichtdurchlässige Hornhaut. Sie ragt etwas aus dem Augapfel heraus und bricht das einfallende Licht. Und nicht zuletzt besteht auch die Retina, die erst das Sehen ermöglicht, ein Hautgewebe.


UV-Licht schädigt die Hornhaut und Netzhaut des Auges

Sonnenlicht ist eine intensive, sprich energiereiche Lichtstrahlung, die nicht nur die Haut unseres Körpers, sondern auch die Hornhaut und Netzhaut des Auges schädigen kann. UV-Licht belastet nachweislich das Sehorgan und kann verschiedene Augenerkrankungen zur Folge haben. Das Fatale: Wer seine Augen regelmäßig und lange der Sonne aussetzt, riskiert gravierende Langzeitschäden. Die Sehbeeinträchtigung spürt man nicht sofort, denn die Spätfolgen zeigen sich erst im Alter. „Neue Untersuchungen zeigen, dass Sonnenlicht Krankheitsprozesse auf der Netzhaut fördert, die zur altersbedingten Makuladegeneration (AMD) führen“, erklärte die wissenschaftliche Gesellschaft der Augenärzte, die DOG e.V in einer Pressemitteilung. Die AMD ist in der westlichen Hemisphäre die häufigste Ursache für eine Sehbeeinträchtigung im Rentenalter und führt häufig zur Erblindung. Die Makula ist die Mitte der Netzhaut und sowohl für das scharfe als auch für das farbliche Sehen zuständig. Bei diesem Augenleiden sterben diese Sinneszellen in der Makula ab und bedrohen daher massiv das Sehvermögen. Privatdozent Dr. med. Markus Kernt untersuchte mit seinen Kollegen von der Augenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München den Einfluss des Sonnenlichts auf die Netzhaut unter Laborbedingungen. Hierfür bestrahlte er retinale Pigmentepithelzellen mit weißem Licht. Bereits nach 60 Minuten waren die Zellen irreparabel geschädigt. Die Veränderungen seien mit denen, die nach einer Behandlung mit Wasserstoffperoxid, ein starkes Oxidationsmittel, vergleichbar, so der Forscher.

UV-Strahlung können auch die Eintrübung der Linse und somit die Entstehung des Grauen Stars beschleunigen, weiß Professor Dr. med. Frank G. Holz, Direktor an der Augen-Universitätsklinik Bonn. Diese altersbedingte Augenerkrankung - in der Fachsprache Katarakt genannt – kann man allerdings heutzutage meist problemlos operieren.


Woran man gute Sonnenbrillen erkennen kann

Dennoch sollte man es nicht so weit kommen lassen und rechtzeitig mit einer guten Sonnenbrille einer möglichen Schädigung vorbeugen. Die Fachgesellschaft der Augenärzte empfiehlt deshalb, auch an hellen Tagen eine Sonnenbrille zu tragen. Besonders wichtig sei, dass die Brillengläser einen ausreichenden UV-Schutz bieten. Das ist aber gar nicht so leicht festzustellen. Eine dunkle Tönung der Gläser sagt nämlich gar nichts darüber aus, ob die Gläser tatsächlich einen UV-Schutz enthalten. Nur wenn ein UV-Filter im Glas eingebaut ist, werden Hornhaut und Linse geschützt. Dass ein solcher UV-Filter vorhanden ist, darauf weist das europäische CE-Zeichen hin. Dieses europäische Siegel ist meist auf der Innenseite des Bügels zu finden.

Schutz vor den langwelligen UVA-Strahlen von einer Wellenlänge ab 380 bis 400 Nanometern bietet das UV 400 Glas. Es verhindert, dass das blaue Licht bis zur Netzhaut vordringt und die Stelle des schärfsten Sehens, die Makula schädigt. Experimentelle und epidomologische Untersuchungen ergaben, dass UVA Strahlung neben der energiereichen, kurzwelligen UV-Strahlung ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Linsen- und Netzhautveränderungen ist. Brillen mit UV 400 Glas filtern gezielt den störenden Blaulichtanteil des sichtbaren Lichts. Ein netter Nebeneffekt: Kontraste werden gesteigert. Konturen sind klarer zu erkennen, so dass man die Umwelt auf einmal schärfer sieht.

Ferner sollte man darauf achten, dass eine Sonnenbrille die Augen rundum vor ultravioletter Strahlung schützt, also auch gegen seitlich einfallende Sonnenstrahlen. Große Sonnenbrillen, die über die Augenbrauen reichen und breite Bügel, die auch den Gesichtsrand abdecken, sind deshalb sinnvoll. Auch gebogene Brillengläser sehen nicht nur chic aus, sondern bieten guten Schutz vor UV-Licht.


Im Hochgebirge und am Strand sind die Augen besonders gefährdet

Vor allem in den Bergen und am Meer kann UV-Licht den Augen gefährlich werden. Die Intensität der UV-Strahlung nimmt im Gebirge pro tausend Höhenmeter um 20 Prozent zu. Das Meer verstärkt aufgrund der Reflexion ebenfalls die Intensität der Strahlung. Auch das sichtbare blaue Licht kann somit noch größere Schäden am Auge verursachen. Wer Wassersport treibt oder sich im Hochgebirge aufhält, sollte deshalb nicht nur auf einen guten Rundumschutz der Augen, sondern auch auf einen ausreichend hohen Blendschutz achten. Am besten wählt er eine Sonnenbrille ab einer Kategorie 3. Deren Gläser haben sehr dunkle Filter und eine geringe Lichtdurchlässigkeit. Das Kuratorium gutes Sehen empfiehlt zudem Sonnenbrillen mit entspiegelten Gläsern. Bereits eine einfache Entspiegelung der Gläser reduziere Lichtreflexe um die Hälfte. Bewährt haben sich auch Sonnenbrillen, die mit UV 400 Glas ausgestattet sind. Sie filtert vor allem die gefährliche blaue Lichtstrahlung heraus.


Sind helle Augen gefährdeter als dunkle Augen?

Einige Experten vermuten, dass Helläugige bei hoher UV-Exposition generell ein höheres Risiko haben, an den Augen zu erkranken. Denn helle Augen haben eine geringere Barriere für Sonnenstrahlen, da deren Iris weniger pigmentiert und somit UV-Licht stärker ausgesetzt ist. Das Ergebnis einer großen epidemiologischen Studie mit dem passenden Namen „Blue Mountains Eye Study“ hat diesen Verdacht zunächst bestätigt. Seit 1992 hatten Forscher in vier kleineren, westlich von Sydney gelegenen Ortschaften mehr als 3500 Bewohner, die alle älter als 50 Jahre alt waren, augenärztlich untersucht. Laut der australischen Studie ist das Risiko für Menschen mit hellen, sprich unpigmentierter Iris, an AMD zu erkranken um rund 70 Prozent höher als für Gleichaltrige mit stark pigmentierter Regenbogenhaut. Die Ergebnisse der Studien werden jedoch von einigen Experten bestritten. „Zwar weisen einige Studien darauf hin, dass eine hellere Augenfarbe mit einem erhöhten Risiko für eine AMD einhergeht, allerdings gibt er hierzu auch widersprüchliche Daten. Insofern ist es noch unklar, ob die Farbe und damit der Pigmentgehalt der Regenbogenhaut einen prognostischen Marker darstellt“, erklärt Augenarzt Frank G. Holz, Professor an der Uniklinik Bonn. Da der Zusammenhang keinesfalls gesichert ist, sollten sich generell alle, auch Menschen mit dunklen Augen, vor der Sonne schützen. Die Auswahl modischer Sonnenbrillen ist groß und vielfältig. Und gute UV-Schutzgläser sind auch für das kleine Portemonnaie erschwinglich.

 

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